Johann Nepomuk Nestroy
österreichischer Dichter und Schauspieler (1801 - 1862)
Der Mensch ist auch ein Federvieh. Denn gar mancher zeigt, sobald er eine Feder in die Hand nimmt, was er für ein Vieh ist.
Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition.
In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie dann, daß es stillsitzt und den Mund hält.
Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?
Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven, aber keine freien Völker regieren können.
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und von ferne schön ist.
Ich habe nur einen Grundsatz, und das ist der, gar keinen Grundsatz zu haben. Grundsätze sind enge Kleidungsstücke, die einen bei jeder Bewegung genieren.
Überhaupt hat der Fortschritt an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist
Zuviel Vertrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Mißtrauen ist immer eine Dummheit.
Wahrheit ist das Erhabenste - drum kann man's auch nicht jedem auf die Nase binden.
Ein Zensor ist ein menschgewordener Bleistift oder ein bleistiftgewordener Mensch.
Gerichte können kein Gerücht zum Schweigen bringen.
Lang leben will halt alles, aber alt werden will kein Mensch.