Werner Mitsch
deutscher Aphoristiker (geb. 1936)
Universitäten sind Bildungsstätten, die aus Neunmalklugen Siebengescheite machen.
Früher hielten sich manche Könige einen Narren. Heute halten sich manche Demokratien einen König.
Eine Gesellschaft, die sich mehr leistet, als sie sich leisten kann, nennt man Leistungsgesellschaft.
Dumme Pferde sind beschlagen. Dumme Reiter nicht.
Lebenskünstler sind Menschen, die sich auf das Überflüssige beschränken.
Nicht jeder Unternehmer, der stiften geht, ist ein Mäzen.
Wo Kompromisse fehlen, dominieren die Faustregeln.
Eine schöne Frau wäre dumm, wenn sie auch noch klug wäre.
Dummheit ist keine Schande. Hauptsache, man hält den Mund dabei.
Es kommt nicht drauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.
Herrenmenschen sind in der Regel weder Herren noch Menschen.
Morgen ist auch ein Tag, sagt der Optimist.
Die Diktatur duldet Reden. Aber keine Widerreden.
Mode ist die Uniform der Zivilisten.
Man bezeichnet oft eine schlimme Tat als eine Untat - geradeso, als ob überhaupt nichts geschehen wäre.
In schlimmen Zeiten sind Denkende Andersdenkende.
Wer heute auf die Demokratie schimpft, dem wird morgen der Marsch geblasen.
Der Mensch hat die Atombombe erfunden. Keine Maus der Welt käme auf die Idee, eine Mausefalle zu konstruieren.
Leute, die mit ihrer Unzufriedenheit zufrieden sind, nennt man Nörgler.
Menschen, die von einer neuen Erfindung nur die guten Seiten sehen, nennt man Techniker.